Liebe, Leben und Gedanken

Diskriminierung

In meiner neuen Klassen wissen fast alle, dass ich lesbisch bin.

Bis jetzt hatte ich nur gute Erfahrung bei meinem Coming Out gemacht. 
„Cool“, „Ich habe kein Problem damit“, „Ist okay, finde ich gut, dass du das sagst“ etc…
Niemals auch im Nachhinein eine böse, schlechte Bemerkung. 
Doch das ändert sich nun.
Im Sportunterricht werde ich von einzelnen Mädchen angezischt: „Glotz mich nicht so an“, wenn ein Mädchen und ich uns berühren, da wir gleichzeitig den Ball fangen, kommt ein: „Fass mich nicht an! Willst du was von mir, oder was?!“

Meine Reaktion ist darauf, nur noch auf den Boden zu schauen und zu gucken, nicht in die Nähe der Mädchen zu kommen. Anstrengend. Verletzend. Die ganze Zeit habe ich Angst, falsch zu gucken, mich falsch zu bewegen, etwas falsches zu sagen.
Eine eigentlich nett gemeinte Geste, wie die Tür aufhalten, etwas hochheben, wird sofort als Anmache verstanden. 

Neben meiner Angst ist auch Wut. Wut darauf, dass alle denken, ich würde jedes Mädchen gleich anspringen. Dass ich von jeder etwas will. Das bei mir jede Geste dazu dient, mich an ein Mädchen ranzumachen. 

Auch das gemeinsam Arbeit an einem Projekt wird schwierig. Die Freunde der Mädchen giften mich an: „Lass meine Freundin in Ruhe! Mach dich nicht an sie ran!“ 
Sie unterstellen mir Sachen, auf die ich nicht im Traum kommen würde.
Nur weil ich lesbisch bin, mache ich mich nicht an jedes Mädchen ran!
Nur weil ich lesbisch bin, mische ich mich nicht einfach in Beziehungen ein!
Nur weil ich lesbisch bin, will ich nicht von jedem Mädchen etwas!

Ich habe nie auch nur annähernd das Interesse daran gehabt, mit einem Mädchen aus meiner Klasse etwas anzufangen. Ich bin und war nicht mal in irgendein Mädchen verliebt. 
Aber gegen diese Unterstellungen muss ich mich jeden Tag wehren. 

„Schön“ war auch diese Situation:

Ein heterosexuelles Paar sitzt mit mir zusammen, das Mädchen, bisexuell, schwärmt von einer Frau. Wie toll sie aussieht etc. Ihr Freund meint ärgerlich: „Kannst du mal aufhören, so von der zu reden?!“ 
Erst habe ich die Reaktion nicht so ganz verstanden, doch dann ist mir klar geworden: 
Wenn sie sich in diese Frau verliebt, oder sie einfach toll findet- ihr Freund kann nicht mithalten. 
Weil er ein Mann ist und sie an der Frau Dinge toll findet, die er nicht hat. (Lange Beine, tolle Haare, sehr schlank…)

 

Ich könnte mir gut vorstellen, dass daher auch die homophoben Reaktionen von Jungs/Männern kommen.
Sie haben Angst, dass sie ihre Freundin nicht genügen, dass sie mit einer anderen Frau nicht mithalten können.
Und durch o.g. Kommentare versuchen sie schon, bevor auch nur die Möglichkeit besteht, dass ich mich an ihre Freundin ranmache, mich einzuschüchtern und klar zu machen, wer „der Stärkere“ ist. 

Ich kann nur jedes Mal wieder sagen, dass ich nichts von ihrer Freundin will.
Und hoffen, dass es besser wird. 

Ich weiß ich bin etwas spät.. aber ich wünsche ich euch, etwas verspätet, alles Gute, viel Glück, Gesundheit für 2014! Außerdem wünsche ich euch, dass all eure Wünsche und Ziele in Erfüllung gehen.

2014, wir kommen! 😀

Das neue Jahr ist noch nicht alt, und da haben wir schon die erste „Sensation“:
Thomas Hitzlsperger hat sich geoutet.

Auch ich thematisiere das heute hier.
Seit gestern geht es ja scheinbar um nichts anderes mehr, und eigentlich ist das sehr schade.
Schließlich hat Thomas Hitzlsperger „nur“ gesagt, dass er mit Männern lieber zusammen ist, als mit Frauen. Wo ist das Problem?
Auch wenn wir in einer scheinbar toleranten, offenen Gesellschaft leben, gibt es immer noch zu viel Diskriminierung gegen über LGBT*I*Q Menschen. „Schwul“ ist Schimpfwort Nummer 1 in der Schule und die Gleichstellung von Homosexuellen ist unter Angela Merkel nicht möglich, da sie sich mit dem Gedanken nicht wohl fühlt. Viele Teenager haben Angst sich outen, verstecken ihre sexuelle Orientierung oder begehen sogar Selbstmord. Im Fußball ist Homosexualität unter Männern ein riesen Tabu- ob sich das nun ändert, wird man sehen. In Russland haben verschärfte Gesetze dafür gesorgt, dass nicht öffentlich über Homosexualität gesprochen werden darf- und das im 21. Jahrhundert.
Wenn man genau hinschaut sieht man: Es ist doch nicht alles so tolerant, wie es auf den ersten Blick aussieht.
Ich habe jetzt oft gehört, dass dieses Coming Out nicht nötig ist, dass Thomas Hitzlsperger feige ist, da er sich erst nach seiner Fußballkarriere geoutet hat und und und.
Doch es ist scheinbar nötig. Es ist so eine riesen Sensation, alle berichtet über sein Coming Out- es ist nicht in dieser Gesellschaft akzeptiert, es wird nicht als etwas alltägliches angesehen.
Bevor ich meinen Eltern gesagt habe, dass ich lesbisch bin, hatte ich wahnsinnige Angst. Ich hatte Angst, dass sie mich nicht akzeptieren, mich nicht mehr lieben. Bei Freunden und Bekannten habe ich auch jedes mal etwas Angst, mich zu outen. Überlege dreimal, ob ich nun von meiner Ex Freundin oder doch lieber nur von einem befreundeten Liebespaar erzähle, anstatt von mir.

Auch wenn ich oft sage, dass es mir egal ist, was die anderen denken: In solchen Momenten merke ich, dass es mir nicht egal ist. Das ich Angst habe, nicht akzeptiert zu werden.
Und genau das ist der Punkt. Wir erleben Diskriminierung und deswegen ist ein solches Coming Out nötig.
Es muss darüber gesprochen werden, Homosexualität darf kein Tabu mehr sein!
Mit jedem Coming Out wird es mehr akzeptiert, mehr darüber gesprochen und aufgeklärt.
Vielleicht haben wir in 10, 20 Jahren nicht mehr das Problem, dass sich Menschen outen müssen. Sie „sind“ einfach.

Ich wünsche mir das. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob es funktionieren wird. Die Politik muss offener werden, alle Menschen müssen gleich sein, auch vor dem Gesetz.
Ich bin gespannt, ob und wenn was sich nach dem Coming Out von Thomas Hitzlsperger ändern wird.

Kurz, lang? Lang, kurz?!

Worum es hier geht?
Um meine Haare.
Seit einem knappen Jahr sind sie sehr kurz, typisch Lesbe, könnte man sagen. 
Ich mag sie auch, finde es cool. Nur jetzt stellt sich die Frage: Sollen sie kurz bleiben, oder wieder wachsen?

Habe heute ein paar Fotos entdeckt, wo ich noch sehr lange Haare hatte.
So ein typisches Mädchen, sogar etwas Schminke und irgendwie sah es „hübsch“ aus. 
Lieblich, nett, auch etwas schüchtern. 
Mir ist klar, dass ich mich damals unbedingt anpassen wollte, nicht auffallen. Und jeden glücklich machen.
Mit meiner Art, meinem Verhalten und meinem Aussehen.  

Das hat sich dann Anfang 2013 geändert, mir wurde wichtiger, wer ich bin, was ich will.

Und hab mir promt die Haare abschneiden lassen. 
Kurz, wild und nicht mehr mädchenhaft. 
Kam nicht unbedingt so gut an. 
„Hm… Passt ja nicht so zu dir!“; „Deine schönen Haare!“

Aber ich war glücklich. 
Inzwischen bin ich so ne Klischeelesbe wie aus einem Bilderbuch. Kurze Haare, keine Schminke, maskuline Klamotten und selbstbewusstes Auftreten. 

Irgendwie habe ich das Gefühl, mich jetzt entscheiden zu müssen: Will ich es mir recht machen, glücklich sein und einfach „ich“ sein?
Oder lieber es der Gesellschaft, meinen Freunden und meiner Familie recht machen? Dem „typischen“ (was auch immer das sein mag) Mädchenbild entsprechen?

Dabei ist es Blödsinn, niemand erwartet etwas von mir. Oder?

Wer möchte ich eigentlich sein?
Wie möchte ich gesehen werden?
Welchen Erwartungen möchte oder soll ich gerecht werden?
Wie wichtig sind die Entscheidungen, die ich treffen, wirklich?
Ist es wirklich so, wenn ich jetzt A sage, kann ich später nicht mehr Y sagen?
Oder bilde ich mir das nur ein?

Vielleicht sind meine Haare auch nur die Spitze des Eisberges und eigentlich geht es um Dinge wie meine (geschlechtliche) Identität, meinen Ausbildungsweg, meine Freunde, Menschen, von denen ich Abstand gewinnen möchte, meinen Wohnort und vieles mehr. 

In den nächsten Tagen geht es zum Friseur.
Schnipp schnapp, Haare ab?!
Oder vielleicht doch eher länger?

Irgendwie verbinde ich mit langen Haaren bei mir immer (zu viel) Weiblichkeit. 
Es schränkt mich ein, ich habe das Gefühl, als typisches Mädchen nicht ganz ernst genommen zu werden. 

Als „maskulines“ Mädchen werde ich anders behandelt und fühle mich auch selbstbewusster und stärker. 
Ich kann anders auftreten, dass glaube ich zu mindestens. 
Aber wahrscheinlich stimmt das gar nicht…

 

Und mit welchen Gedanken schlagt ihr euch an diesem Donnerstagabend rum? (:

Ich mache jetzt bei einem Projekt mit, welches mir wirklich wichtig ist.
Ich kann da viel verändern und hab mich schon länger drauf gefreut, da mit zu machen.

Und jetzt ist gestern, ganz plötzlich, noch jemand hinzugekommen.
Eine Bekannte, von der ich nichts mehr wissen möchte.
Am Anfang haben wir uns gut verstanden, viel geredet und uns einander vertraut.
Doch relativ schnell änderte sich das. Sie hat nie meine Privatsphäre respektiert, mitten in der Nacht angerufen- obwohl ich ihr gesagt habe, dass ich meine Ruhe haben möchte.

Jetzt hatte sie mich gerade in Ruhe gelassen, und dann steht sie da in der Tür, nach dem Motto „Hallo! Ich bin jetzt auch dabei!“
Ich habe gedacht, jetzt geht´s aber los.
In einer Pause kam sie dann auch gleich an: „Können wir mal reden?“ 
Auf mein uninteressiertes „ja“ fing sie auch schon an, Fragen zu stellen. Warum hast du dieses und jenes gemacht…

Und ich fand es einfach absurd. 
Sie kann meine Entscheidung, keinen Kontakt mehr mit ihr zu haben, nicht akzeptieren und macht sie mit ihren ständigen Fragen einfach nur lächerlich.
Ich habe ihr dann auch gesagt, dass sie es einfach akzeptieren muss und sie nicht ständig irgendetwas hinein interpretieren soll, was nicht da ist. 
Aber sie könne das nicht und verstehe nicht, warum ich nichts mehr mit ihr zu tun haben will.

 

Ich will mir dieses tolle Projekt nicht von ihr verderben lassen, anderseits könnte die Zusammenarbeit schwierig werden. 
Mal schauen, ich bin sehr gespannt, wie das jetzt wird.
Und wenn es gar nicht geht, höre ich auf.
Was ich eigentlich nicht möchte, da ich das Projekt wahnsinnig gerne habe.
Mal sehen!

Wouhu! 1Jahr!

Da bin ich mal wieder!

Ich weiß, ich bin jetzt nicht die Bloggerin, die jede Woche oder jeden Monat schreibt, aber lieber schreibe ich ab und zu mal etwas, als immer nur Blödsinn! 😉

Jetzt ist mir gerade aufgefallen, dass ich schon seit einem Jahr hier blogge!
Und ich wollte mich einfach mal bei allen Leserinnen und Lesern bedanken, die hier lesen, kommentieren und einfach ab und zu gucken, was es bei mir so neues gibt!

Morgen ist schon Freitag! 😉

Habt ein tolles Wochenende! 🙂
Liebe Grüße

Singel, dass war ich jetzt eine ganze Zeit. 
Und vor ein paar Wochen habe ich dann sie kennengelernt. 

Hübsch, schüchtern, humorvoll. 
Relativ schnell waren wir in ein Gespräch verfangen, für unsere Freunde war schon nach kurzer Zeit klar: Die beiden gehören zusammen!
Für mich nicht. 
Klar sie war toll, aber irgendwie total das Gegenteil von mir. 
Leise, für viele fast unsichtbar, vorsichtig. 
Während ich ja eher mit den Worten vorlaut, frech und offen beschrieben werde.

Und ich weiß nicht, warum es mich stört, aber diese ruhige Art lässt mich teilweise ungeduldig werden.

Also, wir schrieben, und trafen uns.
Wir gingen zusammen ins Kino und es war einfach total schön. Nach dem Kino fragte sie dann:“ Was ist jetzt mit uns?“
Und dann waren wir zusammen, kann man sagen. 

Ich freute mich. 
Aber gleichzeitig überlegte ich, ob das wohl so ganz richtig war.
Schließlich kannten wir uns erst seit kurzer Zeit, es war super schnell mit uns gegangen. 

Aber diese Gedanken verjagte ich, war total glücklich. 
Und unsere Freunde freuen sich auch, ebenfalls unsere Familien. 

Aber ich glaube, oft merkt man nicht, dass wir zusammen sind. 
Da gibt es keine wilden Küsse, die ganze Zeit Händchenhalten und und und. 
„Ihr seit so unromantisch“, haben wir gestern Abend zu hören bekommen.

Und genau das ist es, was mich wundert.
Wir haben so eine pragmatische, theoretische Beziehung.
Klar kann das einerseits dadurch sein, dass sie nicht ganz geoutet ist. 
Aber auch wenn wir alleine sind, manchmal denke ich, eigentlich sind wir nur gute Freunde. 
Vielleicht, weil alles so neu ist und wir uns noch nicht so lange kennen. 

Ich könnte mir vorstellen, mit ihr lange zusammen zu sein. 
Aber vielleicht eher, weil ich mich einfach gut mit ihr verstehe, und nicht weil ich sie so sehr liebe.

 

Und das verunsichert mich etwas. 

Huhu! Ich lebe noch! :D

Tut mir leid, dass ich mich so lang nicht gemeldet hab.

Das Sommercamp war klasse, ich habe viele tolle Menschen kennengelernt und wir hatten eine Menge Spaß bei den ganzen Unternehmungen, die wir gemacht haben. 
Gleich danach fing dann auch meine neue Schule an. 
Ich habe ja im Sommer meinen Abschluss gemacht, und bin jetzt auf ein Gymnasium gewechselt.

Dort war natürlich erst mal alles neu, und am Anfang war das echt komisch. 
Aber inzwischen ist es echt cool, die meisten Leute sind lustig und ich glaube, es wird eine tolle Zeit. 🙂

Und mit der jungen Frau, von der ich geschrieben habe. Das hat sich ziemlich fix erledigt gehabt. 
Plötzlich war sie dann doch ganz anders, fremd und mir gar nicht mehr so sympatisch. 
Ein Glück hat sich das alles inzwischen geregelt. 

Sonst gibt´s eigentlich nicht viel neues, ich bin gespannt was nächste Woche bei den Wahlen rauskommt. 
Und immer noch etwas erschreckt, wie die CDU sich doch gegen die Gleichstellung von Homosexuellen wehrt. 

Das war´s dann mal wieder von mir!